Das Phänomen, dass die geäußerten Überzeugungen und Einstellungen von Menschen nicht mit ihrem tatsächlichen Verhalten übereinstimmen. Entscheidend für das Verständnis, warum Beobachtungsdaten bei der Vorhersage von Handlungen oft aussagekräftiger sind als Selbstberichte.
Definition: Das Phänomen, dass die geäußerten Überzeugungen und Einstellungen von Menschen nicht mit ihrem tatsächlichen Verhalten übereinstimmen. Entscheidend für das Verständnis, warum Beobachtungsdaten bei der Vorhersage von Handlungen oft aussagekräftiger sind als Selbstberichte.
Die Einstellungs-Verhaltens-Lücke (auch Intentions-Verhaltens-Lücke genannt) beschreibt das gut dokumentierte Phänomen, dass die geäußerten Überzeugungen und Einstellungen von Menschen nicht mit ihrem tatsächlichen Verhalten übereinstimmen.
Eine Person könnte in einem Survey angeben, dass ihr Datenschutz sehr wichtig ist (Einstellung). In einem UX Test klickt sie jedoch auf "Alle akzeptieren" bei einem Cookie-Banner, ohne es zu lesen (Verhalten). Das macht sie nicht zur Lügnerin. Es bedeutet, dass Kontext, Bequemlichkeit und viele andere Faktoren das Handeln im Moment beeinflussen.
Die Lücke erzeugt eine Hierarchie für bestimmte Arten von Erkenntnissen:
Die Stärke des Zusammenhangs zwischen Einstellung und Verhalten variiert je nach Bereich. B2B- und B2C-Kontexte zeigen beispielsweise unterschiedliche Muster.
Trotz der Lücke ist die Messung von Einstellungen nicht wertlos. Einstellungen sagen langfristige Akzeptanz vorher, prägen die Markenwahrnehmung und beeinflussen, ob Nutzer*innen ein Produkt weiterempfehlen. Die Lücke bedeutet lediglich, dass Sie nicht davon ausgehen sollten, dass geäußerte Präferenzen direkt in unmittelbares Verhalten umgesetzt werden.
Kombinieren Sie Befragung (Einstellungen) mit Beobachtung und Testing (Verhalten), um ein vollständiges Bild zu erhalten.
Systematische Abweichung vom wahren Wert in Forschungsergebnissen. Kann nicht eliminiert, nur durch Standardisierung und Bewusstsein kontrolliert werden. Das Ziel ist systematischer Bias (beherrschbar) statt unsystematischer Bias (Chaos).
Forschung, die proaktiv zur Untersuchung einer spezifischen Fragestellung konzipiert wird, mit kontrollierter Teilnehmer*innen-Einbindung durch Interviews, Tests oder Surveys. Auch als gerichtete Forschung bezeichnet.
Eine Core Method, die alle drei Building Blocks kombiniert: Testen der Aufgabenerledigung (Effektivität und Effizienz), Beobachten von Verhalten und nonverbalen Signalen sowie Fragen zur Erfahrung stellen. Die umfassendste einzelne Research-Methode.
Eine Core Method des skalierten Fragens mit standardisierten Fragen. Ermöglicht Datenerhebung bei größeren Stichproben, opfert dafür aber die Tiefe von Interviews zugunsten von Breite und Standardisierung.
Dieser Begriff wird in den folgenden Artikeln referenziert: